Heute möchte ich auf dem Barcamp mit dem Titel “#Vernetzt – wie wollen wir arbeiten?” im betahaus Hamburg eine Session zum Manifesto fluider Netzwerke anbieten und somit Contributor gewinnen und die Punkte weiterdenken.
Hier meine Einleitung zu der Session auf der Facebookgruppe:
Ich sehe sehr klar das sich Kopfarbeiter immer weiter spezialisieren und es viel freiere, aber auch immer komplexere Strukturen geben wird, wie wir letztlich Projekte abwickeln werden.
Seien es interne Teams die ganze Abteilungen und Konzernstrukturen umwälzen, Freelancer mit hochspezialisiertem Wissen die Feuer löschen oder Teams aus Mitarbeitern und freien Experten – fluide Teams eben, Unternehmen lernen immer stärker den Vorteil vernetzten Arbeitens kennen. In manchen Branchen macht man sich auch direkt selbständig und arbeitet statt mit Kollegen in Hierarchien lieber in Coworking Spaces mit Likeminds zusammen.
Doch was sind die Werte und letztlich Mechanismen von solchen vernetzten, also fluiden Teams? Wodurch entsteht das wir-Gefühl und das Maß an Struktur das für eine Projektarbeit nötig ist? Diese Fragen möchte ich in einer Session versuchen zu beantworten und euch alle einladen in einem Dokument fest zu halten. Hier das bisherige Manifesto. Es folgt eine Zusammenfassung:
Vision
- Wir glauben an eine Welt in der wir uns als Individuen (…) frei entwickeln können.
- Wir wollen Außerordentliches erreichen und bewegen.
- Wir glauben das sich die Arbeitswelt insgesamt dahin entwickelt noch komplexer und anspruchsvoller zu werden.
- Wir glauben das die Gewinner der Arbeitswelt von morgen Menschen mit vielfältig entwickelten Fähigkeiten sind, mit einem stark entwickelten Sensor für das Arbeiten im Team und in starken Netzwerken.
- Wir sind Architekten eines solchen Netzwerks und gestalten diese neue Arbeitswelt.
Offenheit
- Wir glauben daran, dass eine völlige Transparenz in den Entscheidungsprozessen und den Arbeitsabläufen die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte sind.
- Nur wenn jedes Netzwerkmitglied zu jeder Zeit klar nachvollziehen kann wie der Stand der Dinge ist, können auch die wertvollen Synergien entstehen die diese Form der Arbeit auszeichnet.
- Sobald Entscheidungen getroffen wurden, muss nachvollziehbar sein wie es dazu gekommen ist.
Zeit
- Die Zeit in der jeder einzelne seine Arbeit verrichtet ist eine persönliche Angelegenheit und wird respektiert.
- Das bedeutet das es keine festgelegten Arbeitszeiten gibt und schon gar nicht Kontrollinstanzen die Arbeitszeit überwachen.
- Diese gemeinsame Arbeitszeit kann nur sinnvoll verbracht werden, wenn die Teilnehmer freiwillig dort sind, eine Aufgabe erfüllen können und es ein klares Ziel des gemeinsamen Treffens gibt.
- Somit halten wir keine Meetings im herkömmlichen Sinne ab und lehnen es ab an solchen teilzunehmen.
- Wir tolerieren kein falsches Heldentum, indem Aufopferung mit nächtlichem Durcharbeiten gleichgesetzt wird, aber die Ergebnisse nie besser werden.
- Wir achten die Prinzipien gehirngerechten Arbeitens und respektieren die persönlichen Leistungskurven.
Kommunikation
- Um die geforderte Offenheit und Effizienz in der Zeiteinteilung zu gewährleisten braucht es genauso effiziente und von Offenheit geprägte Kommunikationsregeln.
- Dabei ist es weder sinnvoll die Frequenz von Telefonaten, Emails, Tweets und Statusmeldungen besonders hochzuhalten, noch die Kommunikation auf ein Mindestmaß zu beschränken, zu schnell gehen dabei Informationen unter oder es werden die Umgangsregeln mit der Zeit jedes einzelnen verletzt.
- Somit gibt es ein Medium wo der Austausch einer natürlichen Kommunikation folgt, betrifft es z.B. ein spezifisches Projekt an dem der einzelne beteiligt ist bekommt derjenige eine höhere Frequenz an Mitteilungen als an den parallel laufenden Projekten.
- Generelle Entscheidungsprozesse des Netzwerks werden in zusammenfassenden Mitteilungen rausgegeben, die mit Links versehen werden die zu Detailbeschreibungen führen.
- Generell erwarten wir eine hohe Beteiligung an der Gruppendiskussion, verstehen aber unterschiedliche Vorlieben und Gewohnheiten des Einzelnen, solange diese nicht andere Grundsätze verletzen.
- So ist es auch Aufgabe des Netzwerkes Kommunikatoren zu entwickeln die es schaffen Projektteams und das Netzwerk als ganzes davor zu bewahren blinde Flecke und Scheuklappen zu entwickeln.
Coworking
- Wir glauben daran das die natürliche Form der Zusammenarbeit eine persönliche und physische Form ist. Wir glauben nicht an virtuelle Netzwerke die auf Dauer ohne direkte menschliche Interaktion auskommt.
- Coworking heißt, dass unsere Projektteams regelmäßig einen gemeinsamen Arbeitsraum teilen und Schulter an Schulter an den Herausforderungen die es zu lösen gilt arbeiten.
- Innovation und Inspiration braucht gemeinsamen Raum und regen Austausch ohne das daraus ein Zwang entsteht.
- Wir halten gemeinsame Projekträume für wichtig und stellen diese Räume zur Verfügung, respektieren aber auch wieder hier die Zeit jedes einzelnen.
- Wir glauben daran, dass die Zusammenarbeit in einem Coworking Space auch ohne ein aktuelles Projekt sehr wertvoll ist.
- So entstehen die meisten gemeinsamen Projekte auch erst aus einer gemeinsamen Kaffeepause, einem spontanen Arbeitstermin, spontan, frei und mit einer Menge Spaß.


[...] Coworking Projekt von der TUI, kreative Arbeitstechniken (mit Knete und Lego) und auch ich habe meine Session zum Manifesto fluider Netzwerke angekündigt und letztlich auch gehalten. Ganz wunderbar waren die [...]